Problem mit Feuchtigkeit

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KLRAndy
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Problem mit Feuchtigkeit

Beitrag von KLRAndy »

Hallo,

Wie in meinem Vorstellungs-Post angekündikt habe ich aktuell technische Probleme mit meiner KLR Tengai. Diese äußern sich wie folgt:
Vergangenes Wochenende war ich mit der Tengai auf einem Motorrad-Offroad-Training bei Hannover. Bereits bei der Anreise auf feuchter Straße, aber ohne kräftigen Regen von oben, ging die KLR beim bergabfahren (also ohne Last) aus. Nachem ich stehen geblieben war sprang sie aber sofort wieder an und die Fahrt ging weiter. Bei dem Training selber gab es dann natürlich auch die ein oder andere Pfütze (bis zu ca. 50cm tief), wo ich natürlich durchgefahren bin. Direkt nach der Pfütze ging das Moped dann aus. Beim Versuch sie wieder zu starten (auch mit Choke) sprang sie dann nicht an. Stattdessen gab es Fehlzündungen, die durch das ganze Tal hallten. ;D
Ich habe die Tengai dann zum Campingplatz geschoben, wo sie dann auch wieder ansprang. Ich habe hier direkt vorsorglich mal die Zündkerze getauscht und den LuFi gecheckt (hier war alles trocken). CDI, Zündspule und was da sonst so unter dem Tank hängt war nicht nennenswert feucht. Am nächsten Tag habe ich den Tipp erhalten einfach gaaaaaanz langsam durch die Pfützen zu fahren, da dann das Wasser nicht so unter den Tank rein spritzt - da gab es dann keine Probleme mehr. Auf der 500km Heimreise auf der Autobahn gab es dann allerdings wieder die gleichen Zicken, obwohl die Straße und das Wetter trocken war. Hier hatte ich dann auch das Phänomen, dass mein Drehzahlmesser bis ca. 3.000 Umdrehungen ganz normal funktionierte, dann aber schlagartig in den roten Bereich sprang und dort blieb bis ich wieder unter 3.000 kam. Ebenso mochte sie es hier gar nicht mehr, wenn man ruckartig am Gas reist (ging dann auch erstmal aus).
Ich gehe aktuell davon aus, dass es ein Problem mit Feuchtigkeit an einem Bauteil unten am Motorrad (also nicht am Lenker) zu tun hat, das Auswirkungen auf die Zündanlage hat. Dank Abgasuntersuchung beim TÜV vor ein paar Wochen weiß ich aber auch, dass der Motor seeeehr mager läuft: CO-Gehalt von 0,25%.

Nach ein bisschen Recherche hier im Forum habe ich folgende Punkte identifiziert, an denen es liegen könnte:
  • Zündkerzenstecker (der kommt einfach vorsorglich neu - kosta ja fast gar nix :D )
  • Zündspule
  • CDI
  • Seitenständerschalter
  • Schalter am Kupplungshebel (gibt es da überhaupt einen?)
  • Krümmerdichtung (würde zwar die Pfützen-Probleme, jedoch nicht die Drehzahl-Sprünge erklären)
  • Irgendeine unverschlossene Öffnung am Vergaser
  • Mageres Gemisch? Kann das das Problem erklären?

Die Punkte werde ich jetzt die nächsten Tage/Wochen abarbeiten bzw. prüfen. Ich wollte vorsorglich trotzdem mal bei euch nachfragen, ob euch noch weitere Punkte zu den beschriebenen Problemen einfallen. Evtl. hatte ja sogar schon jemand von euch das gleiche Problem.

Was ich als Ursachen vermutlich ausschließe:
  • Tankentlüftung, da sie vor dem ersten Problem auf 600km Autbahn mit Reisegeschwindigkeit 130 keine Zicken machte

Gestern Abend habe ich dann gleich mal die Zündspule ausgebaut und nach Werkstatthandbuch den Primär-Widerstand gemessen. Der soll laut Handbuch bei 0,15 bis 0,25 Ohm liegen. Meine Spule hat hier allerding 0,8 Ohm (siehe angehängtes Foto). Der Sekundärwiderstand passt zu den Werten im Handbuch.
Was meint ihr: Ist dieser gemessene Wert noch im Rahmen, oder ist die Zündspule defekt?

Schonmal vielen Dank für eure Hilfe.
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Re: Problem mit Feuchtigkeit

Beitrag von Nordlicht »

Dein Problem ist die Vergsserbe- und entlüftung.
Der entsprechende Schlauch führt vom oberen Nippel am Gaser nach unten Richtung Reifen.

In der Öffnung sammeln sich kurzzeitig Wassertropfen, dann kann der Gaser nicht mehr atmen uns aus is.

Schlauch verlegen und oder T-Stück als Zweitzugang einschleifen.
Die Zündspule würde ich testweise tauschen.

P.S.
Absätze erhöhen die Lesbarkeit eines Textes ungemein.
2008 KLR 650E/685, EM-Doo, ThermoBob, KLX-Kit 42/142, Leo X3, 16/43, UNI Filter, Melvin Stahlflex, Wilbers Federbein & prog. Gabelfedern, Gabelstabi, Barkbuster Storm, SW-Motech Sturzbügel, JNS Motorschutz.

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Re: Problem mit Feuchtigkeit

Beitrag von KLRAndy »

Vielen Dank für die Hilfe. Das mit dem Schlauch werde ich gleich mal prüfen und umsetzen. Wäre ja super, wenn das Problem so einfach gelöst ist. :angel:

Auch das Thema Absätze werde ich mir zu Herzen nehmen.
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Re: Problem mit Feuchtigkeit

Beitrag von Thägger »

Hatte vor kurzem an meiner KLR 600 nahezu die gleichen Probleme. Das wirre springen des Drezahlmesser ist das klare Zeichen, das die Zündspule defekt ist. Hat weniger etwas mit Feuchtigkeit zu tun, als mit Temperatur. Je wärmer die Zündspule wird, desto stärker werden die Sympthome. Der Drehzahlmesser greift das Zündsignal ab und ist somit quasi ein Testgerät der Zündspule...
Also eine andere Zündspule rein, am besten noch gleich mit neuem Kabel und Stecker und alles wird gut sein. Sehr zu empfehlen ist hierfür der Racing-Kit von NGK, gibts bei Louis, (Kerzenstecker mit Kabel am Stück aus Silikon, rot) absolut dicht, da an einem Stück und auch nach vielen Jahren keine poröse Rissbildung.
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Re: Problem mit Feuchtigkeit

Beitrag von KLRAndy »

Es scheint als wäre das Problem behoben. Leider kann ich nicht exakt sagen, was die Lösung war, da ich mehrere Dinge gleichzeitig bearbeitet habe:
  • Zündkerzenstecker getauscht
  • Vergaser-Entlüftungsschlauch wieder frei gemacht (war zugeklemmt) und anders verlegt
  • Vergaser gereinigt: Schwimmerkammer war sauber, aber die Membran war ganz schön verklebt
  • Gemisch-Schraube am Vergaser 0,5 Umdrehungen weiter raus
Die Widerstandswerte der Zündspule passen übrigens, da die zur Messung verwendeten Kabel alleine schon 0,6 Ohm Widerstand haben. Bleibt für die Spule also 0,2 Ohm übrig.

Ich war heute mit dem Moped dann mal in er Waschanlage um es so ordentlich feucht zu bekommen. Das hat die KLR diesmal ohne murren weggesteckt und lief anschließend genauso super wie im trockenen Zustand. Ich hatte sogar das Gefühl, dass sie noch besser läuft als beim Kauf.

@Thägger: Den Hinweis mit der Zündspule werde ich mir merken und mal beobachten ob das Drehzahl-springen weg ist. Ich konnte nur eine kurze Probefahrt machen, aber dabei trat es nicht mehr auf.
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Re: Problem mit Feuchtigkeit

Beitrag von Thägger »

Wenn die Zündspule defekt ist, äußert sich dies erst nach etwa 30-50 km.
Dann fing bei mir der Drehzahlmesser an zu springen
und darauf dann, auch teils heftige Zündaussetzer.
Nach einer Pause von etwa 10 min, war zunächst erstmal wieder alles gut,
bis das Spiel wieder von vorn losging...
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Re: Problem mit Feuchtigkeit

Beitrag von KLRAndy »

Also es scheint ganz so als seien beide Probleme behoben. Sowohl bei 160km Autobahn als auch Fahrt im strömenden Regen sind keine Ausfallerscheinungen oder schwankende Drehzahlzeiger mehr aufgetreten.
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