KLR650 A - Vergaser Probleme?

alles rund um den 650er Motor
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Nippon-Biker
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Re: KLR650 A - Vergaser Probleme?

Beitrag von Nippon-Biker »

Freiheit mache ich jetzt nicht an solcherlei Kleinigkeiten fest, daß Uraltfahrzeuge, die nur im Hobbybereich genutzt werden und Freude (oder auch Leid) bereiten ab einem bestimmten Stichtag von einer Nebenprüfung befreit sind.
Ganz ehrlich, für den Alltag möchte ich die Oldies von bis zu knapp 60 Jahren aus mehreren Gründen nicht mehr nutzen müssen.
Selbst die Youngtimer aus den 90ern werden da langsam schon grenzwertig hinsichtlich Karosseriefestigkeit und passiver Sicherheit im Verhältnis zu einem wesentlich jüngeren Fahrzeug.
Aber seitdem v.A. Autos zu elektronischen, vollüberwachten Wegwerfartikeln mit Nutzungsdauer von / Jahren und ~150tkm entwickelt wurden bleibt ja kein großer Spielraum - und vermutlich meinst Du genau das, womit ich auch absolut übereinstimme.

Hätten wir mal in der BRD keine Automobilindustrie würde es uns in der Hinsicht viel besser gehen, weil der durch Lobbyismus erzeugte Druck auf die rückratlose Politikerkaste dahingehend, die Fahrzeugflotte immer zeitiger als ersetzungswürdig zu befinden, verschwindend gering wäre. Siehe Skandinavien, Osteuropa, etc. p.p.
Tengai 89 blau/schwarz, 48PS org, etwas verbastelter Originalzustand, EM AGWKS, Verbrauch ca. 4,5-6,5L, noch div. Wartungen (Ventilspiel, Versager, Schwinge, Federbein) & Ergänzungen (Kicker, Kofferträger, Spiegel?, Lenker, Hauptständer) zu machen

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Suntzun
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Re: KLR650 A - Vergaser Probleme?

Beitrag von Suntzun »

So ist man 23 Jahre aufgewachsen und hat es noch mit Blau Land und Rot Land im Strategiesandkasten gelernt....und deshalb bleibt es BRD und Ex DDR! :gut:
Tengai Bj.91
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Manfred220
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Re: KLR650 A - Vergaser Probleme?

Beitrag von Manfred220 »

Wernerz
Letztlich liegst Du richtig. Habe eine klassisch rot/weiße mit blauer Sitzbank. Ich meine, dass die 87/88 rauskam. EZ ist aber Mitte 89. Ich dachte, dass Mopped über 30 Jahre von der Au befreit sind. Habs aber eben nochmal nachgelesen, gilt also nur für Fahrzeuge mit EZ vor dem 1.1.89, also nix 30 Jahre. Dann ist bei mir, wie bei Dir. Muss wegen ein paar Monaten hin

Nochmals zur Erinnerung. Ging ja um schlechtes Anspringen und sehr schleppender Drehzahlreduzierung bei Gaswegnahme. Dann kam eben der Vorschlag Abgasuntersuchung, zb wie beim TÜV oder eben Werkstatt. So kam das...
Dabei ist mir gerade etwas eingefallen: TÜV wurde ja am 02.09.20 gemacht. Mit Sicherheit nach dem Vergaser reinigen - das kann ich aber auch nochmal nachfragen. Da steht ja der Co Wert im Bericht. Maximal zulässig 4.5. Gemessen 2.0
Sagt das jetzt schon etwas aus, ob zu mager oder doch nicht? :?:

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Nippon-Biker
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Re: KLR650 A - Vergaser Probleme?

Beitrag von Nippon-Biker »

Hallo Manfred,
mhh, die genauen Werte habe ich nicht im Kopf, aber irgendwas um die 3,5 CO würde ich vom Gefühl her anpeilen. Bitte vorher überprüfen, ich kann damit auch falsch liegen. Müsste ich nachschlagen, aber das weis evtl. jemand aus dem FF. Jedenfalls würde die mE magere Grundeinstellung schlechtes Anspringen erklären, nicht jedoch die schleppende Gasreduzierung.
Macht der Schieber flink zu? Mglw. (und für mich klingt das so) ist das eine Kombi aus zu magerer Einstellung und mechanisch erforderlicher Justierung.
Läuft der Vergaser evtl in den Ansaugtrakt über? Das wäre eine Möglichkeit. Bis der Sprit dann wegggezogen ist dauert das die bekannte Gedenksekunde.
jo-sommer hat geschrieben:
29.10.2020, 10:40
Kann sein, dass das wie bei meiner Sau ist: Baujahr 88 (für die ET-Bestellung, Nummern etc.) und Erstzulassung :twisted: :wall: am 23.01.1989, also AU wegen drei Wochen...
Tja, ist leider so, den gleichen Käse habe ich bei der CBR SC24 :rolleyes: - durchbeißen, löhnen und abhaken... auch wenns einen ziemlich triezt :-/
Suntzun hat geschrieben:
29.10.2020, 18:47
So ist man 23 Jahre aufgewachsen und hat es noch mit Blau Land und Rot Land im Strategiesandkasten gelernt....und deshalb bleibt es BRD und Ex DDR! :gut:
Ehrlich gesagt war ich nur zu faul und BRD tippt sich flinker ;) - aber was Du schreibst, da ist was Wahres dran. Kann mich auch noch an die Manöver mit umgepflügten Äckern, zerlederten Vorgärten, angefahrenen geparkten Autos und Truppen im Feld auf dem nächtlichen Weg von der Kirmes, wo man im Nebel vor nen Leo zwo gestoßen ist, erinnern.

Damals [tm].. ;)
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Manfred220
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Re: KLR650 A - Vergaser Probleme?

Beitrag von Manfred220 »

Ich würde lieber heute als morgen zum Werkeln anfangen. Ertrinken aber noch in Arbeit. Derzeit sammel ich erst einmal mögliche theoretische Infos und Tipps und bestell nötige Teile usw. Ich schätze, dass ich leider erst in zwei, drei Wochen loslegen kann. Habe aber immer Deine Resto im Hinterkopf. Wird also, doch etwas umfangreicher, als vorher geplant..
Der Aufkleber Satz ist auch unterwegs. Wird halt auch finanziell noch ein wenig dazu kommen. Alleine das Tank lackieren liegt bei ca 350,-. Wenn ich den selber a schleife, ca 50,- bis 70,- weniger, bei RH Lacke. Die haben nicht nur die Original Lacke, sondern eben auch eine Lackiererei. Die Referenzfotos sehen auf jeden Fall richtig gut aus...

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wernerz
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Re: KLR650 A - Vergaser Probleme?

Beitrag von wernerz »

Hi Manfred,

meine C muss zur AU, ansonsten haben alle KLR Rahmen 87 und 88er EZ, darauf habe ich geachtet :D

Ich würde erstmal schauen dass die Kiste ordentlich läuft, bevor ich die Optik machen würde. Den Fehler habe ich einmal gemacht, und hatte dnan eine schöne Maschine in der Garage die nicht lief :cry:

Hast du mal Starterspray oder Bremsenreiniger in den Ansaugtrakt gesprüht um zu sehen, ob sie dann super anspringt?
Wenn das schlechte anspringen an einem zu mageren Gemisch liegt, dann sollte das Problem mit Starterspray weg sein.
Gruß Werner
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Überweisung geht natürlich auch, Kontodaten gibt es per PN.

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Re: KLR650 A - Vergaser Probleme?

Beitrag von Manfred220 »

Das mit dem Startpilot kann ich hoffentlich mal am So testen. Ist ja nicht soooo zeitintensiv. Gebe dann Laut, bezüglich Ergebnis.
... Vielleicht klappts auch schon morgen. Bin schon sehr neugierig. :D

Manfred220
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Re: KLR650 A - Vergaser Probleme?

Beitrag von Manfred220 »

Also ich habe heure einmal mit Startpilot im Luftfilter Kasten gestartet. Ging schon schneller als sonst. Habe jetzt auch im Bereich vom Vergaser etwas Startpilot versprüht - keine Veränderung der Drehzahl.
Ich habe den Vergaser jetzt einmal ausgebaut und werde die Lehrlaufgemischschraube mit großem, per Hand drehbarem, Schraubkopf montieren. Dann kann ich das Gemisch nach Wiedermontage per Hand verändern - natürlich vorsichtig.. ;)
Vorher mach ich den Vergaser allerdings nochmal auf und schaue, ob mir etwas auffällt. b

Manfred220
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Re: KLR650 A - Vergaser Probleme?

Beitrag von Manfred220 »

So, Update.
Nachdem die Nebenluftprüfung ja negativ verlaufen ist, habe ich gestern den zweiten Vergaser ausprobiert. Habe hierzu auch die Leerlaufgemischschraube mit dem grossen Riffelkopf zum händisch drehen montiert. Die Schraube im alten Vergaser war ca 1 3/4 Umdrehungen draußen. Die neue im neuen Vergaser habe ich, nachdem die Original-Schraube des neuen bei 3,5 lag mit dem gleichen Wert probiert. Später nochmal mit ca 2 3/4 - machte jedoch keinen merklichen Unterschied. Ach ja, auch den Schieber habe ich vom alten Vergaser genommen, da der neue nicht montiert und dementsprechend eingelaufen war. Zum in Benzin Einlegen hatte ich keine Zeit.

Also, hatte ja zwei Probleme: Sprang sehr schlecht an und Drehzahl ging bei Gaswegnahme teils nicht, meist nur gaaaaanz langsam runter. Sie springt jetzt schon etwas besser an, dauert aber immer noch sehr lang. Muss hier nach wie vor mehrere Orgel Sessions laufen lassen. Was auffällt, mit Gas geht gar nichts. Nur ganz ohne oder Griff 1cm ziehen, dann wieder zurück, dann kommt sie relativ schnell zum höppeln. Bis sie anspringt, dauert es dann aber immer noch an. Kann auch sein, dass das beim alten Vergaser auch so schneller gegangen wäre, da ich hier mit viel Gas probiert habe.

Wenn sie dann da ist, muss ich per Gasgriff minutenlang die Drehzahl auf ca 1500 halten, da sie sonst abstirbt. Wenn ich das Standgas erhöhe auf 1300 - 1400 beim Kaltlauf, dreht sie mir, wenn sie dann warm ist, mit knapp unter 2000 zu hoch (ohne Choke). Soll ja nicht sein, dass ich immer das Standgas rauf- und runterschrauben muss...

Was jetzt gut klappt, ist die Gaswegnahme. Drehzahl geht sofort runter. Das würde passen. Eigentlich würde ich halt lieber den alten Vergaser nehmen, da dieser nach der Reinigung blitztblank ist und ja den kompletten Reparatursatz drin hat. Ich habe mir überlegt alle Düsen des gestern und heute ausprobierten neuen Vergaser, inkl Leerlaufgemischschraube in den alten zu montieren und zu schauen, wies läuft... Meint Ihr, dass das Sinn machen würde?

Ach ja, letztlich ist noch aufgefallen, dass der Benzinhahn undicht ist. Tropft....
Reparatursatz habe ich schon bestellt. Im Benzinfilter sieht es auf jeden Fall so aus, dass Benzin fließt, beim Orgeln. Oder kann der undichte Benzinhahn evtl dennoch mitverantwortlich für meine Probs sein?
Wie gesagt, schlechtes Anspringen immer noch präsent - leider..

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Re: KLR650 A - Vergaser Probleme?

Beitrag von Nippon-Biker »

Hallo Manfred
Solange Sprit im Vergaser ankommt ist was davor passiert fast egal, tropfender Sprithahn ist nur ärgerlich.
Trockenputzen damit die Kiste nich' abfackelt...

Zu dem Drehzahlgedöns:
Sind die Züge und Mechanik leichtgängig? Sollte so sein, ansonsten reinigen und schmieren, es sei denn, man steht auf Tempomatgasgriff ;)
Der Stellhebel am Vergaser sollte jedenfalls bei händischer Gasgriffbetätigung in seine Endposition gehen.
Auspuff ist auch ok und nicht irgendwie zugekokt/sonstwie verstopft?
Wenns das nicht ist (nicht nur), Vergasereinstellung und Bedüsung usw. da bist Du ja dran... Ist die Hauptdüsennadel auf richtiger Stufe montiert? Sonst kannst Dich dumm und dusselig drehen, ohne daß das je gescheit passt ;)
Da Du den Gasschieber ja aus dem alten Vergaser übernommen hast -> möglicherweise damit auch die grundverkehrte Einstellung :!:
Mit den Gasern habe ich es auch nicht so, dazu dürfen sich die Leute hier mit mehr Kenntnissen äußern, bevor ich Blödsinn sabbel :irre:

Anspringen:
Nimm mal eine Autobatterie (lose oder verbaut aber OHNE! Motorlauf Spender, am besten Minusleitung Auto ab, Radiocode usw. sollte man vorher auslesen ;) ) per Starthilfekabel parrallel an die Moppedbatterie.
Springt die KLR dann im kalten Zustand besser an, ist entweder die Batterie der KLR ziemlich verschlissen, oder aber Anlasser etc. ziehen zuviel Saft.
Den Effekt hatte ich bereits mehrfach an diversen Zweirädern... Also auch in dem Bereich prüfen.
Wenn die Zusatzbatterie keinen Unterschied macht liegt es am Gemisch. Choke ist ok und funktioniert? Welche Stellung ist beim Start bei Deiner optimal?

Mehr fällt mir da grad auf'n Stub nicht ein...
viele Grüße
Marco
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