Kettenradschrauben

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Martin16

Kettenradschrauben

Beitrag von Martin16 » 18.12.2016, 17:55

Hallo zusammen,
mal vielleicht eine doofe Frage, aber mir erschließt sich nicht der Sinn was da im WHB steht: Kettenradschrauben auf 29Nm anziehen, dann wieder komplett lösen um anschließend wieder auf 29Nm anziehen :?:
Gibt's dafür ein tieferen Sinn? Die Schrauben habe ja schon Schneidringe und überkreuz ziehe ich sie ja auch an - :gruebel: .
Danke und Grüße,
Martin

jd2012
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Beitrag von jd2012 » 18.12.2016, 19:03

Als Indsutriemechaniker der täglich mit allen möglichen Schrauben zu tun hat glaube ich nicht , dass es einen besonderen Sinn hat.
Höchstens wenn die Schrauben neu sind, damit sich der Sitz besser einarbeitet.

Alte Verschraubungen sollte man eher mit Loctide sichern, als sie noch mehr auszunudeln.
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Rattfield
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Beitrag von Rattfield » 19.12.2016, 07:03

ich glaub nicht martin. vielleicht ein übersetzungsfehler.
Alu zu Alu und Stahl zu Stahl!

Martin16

Beitrag von Martin16 » 19.12.2016, 13:53

Danke Euch :) - einen vernünftiger Grund ist mir auch nicht eingefallen. Im KLX WHB von 2009 steht auch nichts von anziehen, lösen und wieder anziehen - nur auf 32Nm anziehen und fertig.
Danke und Grüße,
Martin

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Kettenrad-Schrauben

Beitrag von Thägger » 09.01.2017, 15:54

Also es gibt ja Teile, die auf einen Keil aufgepresst werden müssen. So wie dies beispielsweise beim Lichtmschinenrotor der Fall ist. Da wird mit dem ersten Anziehen der Rotor auf den quasi runden Keil der Kurbelwelle geschoben. Dann die Schraube gelöst und dann wieder die Schraube selbst festgezogen. Ich hatte das mal falsch gemacht und prompt hat sich der Rotor gelöst...
Es wäre also somit auch denkbar, das dies auch beim Kettenblatt der Fall ist. Ich würde da lieber auf Nummer sicher gehen und das so machen wie im Handbuch beschrieben. Der zeitliche Aufwand hält sich ja in Grenzen.
KLR 600 E ist die Beste - 176.000 km können nicht lügen!

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Beitrag von NiceIce » 09.01.2017, 17:20

JEDE Schraube und Mutter hat ein maximales Drehmoment.

Und das ist auch gut so, denn es gibt auf der welt genug Grobmotoriker, die eine M6 Schraube mit 30 NM anziehen, obwohl nur 10 NM angegeben sind.

Gerade im Motorradsektor werden Befestigungsschrauben verwendet, die nicht in der Güteklasse 8.8 oder Höher liegen, sondern bereits bei 6.5 aufhören können.

Das Kettenblatt hat einen Konussitz an der Verschraubung. Somit erübrigen sich im Grunde alle Fragen nach Drehmoment. Zu fest angeknallt und ein Lösen endet meistens mit vernudelten Schrauben.

Das Anzugsmoment bei Limas und Co erklärt sich auch recht schnell:
Grobes Gewinde, und das Lösemoment muss beim Abstellen vom Motor entgegen gewirkt werden.

LG
Martin
bekennender Drehmomentschlüsselanwender, der keine Schrauben vernudelt.
Ist im Sebtembel stumpf del Hobel
hobelt man noch im Oktobel.

Cagiva Elefant 750 AC, BJ: 97

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